Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Das "Horner Cajon-Festival" findet 2008 das erste mal statt. Da es sich zum jährlichen Event etablieren soll, gibt es hier eine spezielle Rubrik!

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Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon MarkusOstfeld » 03.10.2008, 21:26

Hola Cajoneros!

Ich wollte Euch hier ein paar Infos zu meinem Workshop auf dem Horner Cajon Festival geben.
Und zwar werde ich das "Rumba Cajon Set" der deutschen Firma "Klanginitiative" bzw. "Cajon Direkt" dabei haben.
Mit Hilfe der drei Cajones "Salidor", "Tres Golpes" und "Quinto", sowie weiteren Percussion Instrumenten, wie
der Clave, den Palitos und der Chekeré, werden wir ein Rumba Ensemble zusammen stellen.
Zunächst lernen wir die einzelnen Stimmen und deren Funktionen und setzen das Ganze anschließend im Ensemble um.
Um eine authentische Rumba spielen zu können, bringe ich außerdem die Latin Sängerin Susana mit, welche uns Trommler mit ihrem Gesang und Tanz unterstützen wird.

Für diesen Workshop fallen KEINE Teilnahmegebühren an!

Die Uhrzeit des Workshops gebe ich noch rechtzeitig bekannt!

Sind noch Fragen offen? Dann postet sie doch einfach in diesen Thread und ich kann sie für alle anderen mitbeantworten.

Saludos,
Markus
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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon plays a dogs´s one » 04.10.2008, 22:17

Hi Markus,

was ich zur kubanischen Cajon-Rumba ganz grundsätzlich fragen möchte, ist, ob es sich dabei um eine originäre Form der Rumba handelt, oder ob´s eigentlich eine ist, die man nur ersatzweise mit Cajones statt mit Congas spielt – quasi dasselbe wie in Peru, weil eben die richtigen Instrumente nicht vorhanden sind/waren.

Grüße
Oliver
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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon MarkusOstfeld » 05.10.2008, 00:04

hi olli

die cubanische rumba entstand gegen ende des 18. jahrhunderts parallel in havana und matanzas. (beides hafenstädte in cuba, nur wenige 100km von einander entfernt) die anfänge wurden zwar noch von den sklaven auf conga ähnlichen trommeln gespielt, jedoch wurden diese verboten, bevor sich die rumba cubana überhaupt wirklich entwickeln konnte... das heißt, die eigentliche entwicklung der rumba bzw. der verschiedenen stile, wie guaguanco, yambú, columbia und einigen weiteren (aber deutlich unbekannteren) ist dann auf den cajones entstanden. die älteste rumba stilistik ist die rumba yambú, welche zu anfang erst nur auf zwei cajones (salidor und quinto), später auf drei cajones (salidor, tres golpes und quinto) gespielt wurde. dazu kommen dann noch die clave, chekere, gesang, tanz und heute meist auch noch melodie instrumente, wie z.b. trompete.
interessant ist auch die ähnliche, aber doch deutlich unterschiedliche entwicklung der stile in havana und matanzas!

die rumba cubana ist also tatsächlich auf den cajones entstanden und wurde erst später auf congas übertragen. wobei die cubaner auch heute noch bei vielen rumba sessions auf die traditionellen cajones zurück greifen. ich durfte in havana selbst an so einer rumba teilnehmen und mitspielen. ein wirklich unbeschreibliches erlebnis!

es ist halt mal ein ganz anderes gebiet zum thema cajon und in deutschland relativ unbekannt. das würde ich im rahmen meiner möglichkeiten gerne ändern und freue mich u.a. über jeden interessierten workshop besucher auf dem festival
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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon plays a dogs´s one » 05.10.2008, 12:13

MarkusOstfeld hat geschrieben:… jedoch wurden diese verboten,

Aha, also ähnlich wie in Peru.

Hi Markus,

einen Guanguanco habe vor vielen Jahren mal mit ein paar Leuten einstudiert und das war ´ne sehr intensive Erfahrung. Schwierig fand ich das Umsetzen eines triolischen Feels (aber ohne richtige Triolen). Gibt´s darüber irgendwas, das man als solches theoretisch lernen kann, oder geht das nur über´s stete "Sich-Aussetzen"?

Mit René Styber, einem Mitglied der legendären Gruppe Bush Taxi, hatte ich mal einen kurzen Dialog über westafrikanische Musik- bzw. Rhythmusauffassung. Er meint:

    "Ein und derselbe Rhythmus kann von Landstrich zu Landstrich und von Personalstil zu Personalstil sehr unterschiedlich interpretiert werden. Es ist gut, wenn man die Möglichkeit hat, sich mit unterschiedlichen Interpretationen zu befassen (Hörbeispiele) und dabei zu erfahren, welche Aspekte eines Rhythmus als interpretierbar und welche als unverrückbar angesehen werden."
Ich kann mir vorstellen, dass das auch auf die kubanische Rumba (die Sklaven waren ja zumeist Westafrikaner) zutrifft: es gibt sog. unverrückbare Aspekte und welche, die von jedem Trommler/Musiker in eigener Weise interpretiert werden.

    "Ein afrikanischer Trommler fasst die Sequenz, die er spielt, als Form, als Gestalt, auf. So bereitet es ihm keinerlei Mühe, ein und die selbe Gestalt sowohl in ternärer als auch in binärer Grundpulsation wiederzugeben, was gängige Praxis ist. Der Zauber des Spiels liegt eindeutig im "Dazwischen", also weder stur "rechteckig" noch klar "triolisch", sondern ambivalent: beides und keines von beidem.
Wenn das so ist, läge meine Schwierigkeit vor allem wohl darin, dass ich eine rhythmische Figur in ihrer Struktur und in den Zeitbezügen der einzelnen Bestandteile zueinander aufnehme – also nicht als Gestalt. Gleichzeitig empfinde ich als Zuhörer von Musik immer auch, ob etwas "nur" richtig gespielt wird oder auch noch echt ist. Da ist also möglicherweise noch ein gewisses Sensorium für tiefere Bezüge vorhanden, ohne dass ich selber praktisch ran zu kommen vermag.

Und besonders spannend (und von uns in der Regel völlig außer Acht gelassen?) finde ich folgenden Aspekt:

    "Da viele westafrikanische Sprachen auch Tonhöhensprachen sind, lassen sich für Muttersprachler aus rhythmischen Sequenzen auch sprachliche heraushören."
Ist sowas in kubanischer Musik (noch/auch) spürbar? Denn das bedeutete ja, es gäbe neben dem Rhythmischen auch noch die Qualität der klanglichen Differenzierung (wie René Styber es wahrscheinlich zu Recht behauptet), was eine gleichermaßen wichtige Komponente darstellt, weil eben z. B. Tonhöhen/Klangvarianten innerhalb eines musikalischen Kontextes auch Mitteilungscharakter haben.

In der Ewe-Kultur (Westafrika) haben rhythmische Patterns beispielsweise ganz grundsätzliche lebensbezogene Inhalte, die sich zueinander stellen lassen und auf diese Weise quasi Aussagen bilden, wobei das "Keeping" des Main-Beats gegenüber cross- und polyrhythmischer Verschlingungen die Fähigkeit eines Musikers/Menschen repräsentiert, den Wirrungen des Lebens (selbstbewusst) zu begegnen.

Naja, ich will´s jetzt nicht endlos ausweiten (und erwarte auf das alles auch nicht unbedingt ´ne Antwort ,-)).

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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon MarkusOstfeld » 06.10.2008, 17:45

hallo oliver!

schön, dass du so viel interesse an der cubanischen musik und rhythmik zeigst. :D
bin gerade unterwegs und schau nur kurz mit meinem notebook ins netz, daher werde ich dir zunächst
nicht ausführlich antworten können.

ein bisschen kann man das ganze mit den afrikanischen rhythmen und deren geschichte vergleichen.
in der cubanischen musik gibt es eine art time shifting zwischen alla breve und 6/8.
dadurch erreichst du das angesprochene feeling...

genauere infos darüber gibts dann bei meinem workshop auf dem festival und gerne auch im
privaten gespräch vor ort. werde den ganzen tag anwesend sein und stehe jederzeit gerne für
fragen, fachsimplerei, smalltalk und jams zur verfügung :mrgreen:

saludos,
markusb
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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon plays a dogs´s one » 06.10.2008, 21:34

Klasse! :D

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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon ollicajon » 07.10.2008, 12:18

Eieiei ... hier wird ja wieder "gefachsimpelt" :?

Aber das ist ja schön so - und was ich bislang noch nicht wusste:
die rumba cubana ist also tatsächlich auf den cajones entstanden


find ich als Cajonfan natürlich wieder mal extrem gut zu wissen :wink:

Das verspricht ein interessanter Workshop zu werden.
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Re: Selbstbauer auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon werkstatt » 12.10.2008, 17:52

hallo markus, hallo olli...
hallo kistensitzer...

geht ja jetzt schon ächtig ins eingemachte-wouhhh!!

wollte doch nochmal daran erinnern, besonders die Selberbauer unter den cajonisten/kistensitzer.
es sind noch genau 5 WOCHEN bis zum Cajon- Festival.
also noch genug zeit die eigene kiste fertig zu bauen, oder die lange gehegten feintunings endlich vorzunehmen und dann auf dem festival im rahmen der selbstbauer auch vorzustellen.

nicht das dann jemand wieder sagen:"wir hams ja nicht gewusst" :oops:
(und wir kennen das doch alle von weihnachten, wie urplötzlich so termine dann auf einmal da sind!!)

bin auch mächtig gespannt was wir dann noch so alles ursprüngliches von euch zu hören bekommen.
ich sehe es schon kommen, das wird ein MÄCHTIGER tag :D
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Re: Selbstbauer auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon plays a dogs´s one » 12.10.2008, 23:04

werkstatt hat geschrieben:wollte doch nochmal daran erinnern, …

:mrgreen: Du bist echt gnadenlos – Hallo Martin!

werkstatt hat geschrieben:… das wird ein MÄCHTIGER tag :D

:mrgreen: Also, wenn ich auf einen ganz besonders neugierig bin, dann auf Dich.

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Re: Rumba Cubana Cajon Workshop auf dem Horner Cajon Festival

Beitragvon werkstatt » 13.10.2008, 18:37

hallo kistensitzer...
hallo olli...

gemach, gemach...
ich arbeite auch nur mit multiplex, leim und schrauben- also nichts besonderes-
es gehr einfach nur drum, die jungcajonisten sollen in kurzer zeit mit wenig aufwand spass bekommen!
und wenn ich dazu etwas beitragen kann, freut es mich. :D

das andere ist eben, dass ich in dieser "penetranten" messebranche arbeite und das färbt scheinbar ab. irgend was wird drann sein wenn man 1 jahr, 1/4 jahr, 5 wochen, 2 wochen und 3 tage vorher die werbetrommel häftig schlägt, zwischendurch geht schon auch noch was.
nein- es passiert mir auch ab und an, dass ich von einer tollen sache lese oder höre, aber da wars dann schon- irgend wie nicht mitbekommen oder eben vergessen, verpennt etc. und so ganz einfach und übersichtlich sind foren ja doch wirklich nicht (zumindest für alte männer auf der kiste) :mrgreen:
so wird eben etwas nachgeholfen.

übrigens: ich bringe 1 oder 2 hand voll 3mm acryl farbig -for free- mit nach HH wenn ich schon grade von farbig schreibe.
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